Einzigartige Flora im Frankenjura

 

Die bunte Pflanzenvielfalt an den Felsen des Frankenjuras gehört zu den artenreichsten Lebensgemeinschaften Europas. In der letzten Periode der großen Eiszeiten vor 10.000 Jahren besiedelte die bis heute typische Flora unsere Felsen wie auch den gesamten mitteleuropäischen Raum. Aufgrund des damals rauen Klimas übernahmen Gräser, Moose, Flechten und Zwergsträucher das gesamte Terrain und formten diese zu einer Steppenlandschaft.


Mit steigenden Temperaturen nach dem Ende der Eiszeit fanden viele heute dominierende Pflanzen wie Kiefer, Laubbäume und -sträucher wieder ansprechende Lebensbedingungen und besiedelten nach und nach auch den Frankenjura. Dabei verdrängten sie an den meisten Stellen die nacheiszeitliche Steppenlandschaft. An wenigen Stellen aber behielt die Steppenlandschaft die Oberhand - an den Dolomitfelsen des Juragebirges.


Durch Temperaturschwankungen von bis zu 50 Grad innerhalb eines Tages und 70 Grad innerhalb eines Jahres, durch wasserarme Kalkböden, große Windlast sowie nur sehr geringe Humusbildung sind die Standortbedingungen dort derart ungünstig, dass an diesen Stellen keine Buchen, Eichen, Haselnüsse, Farne und andere Pflanzen der gemäßigten Klimazonen gedeihen. Ebenso war der Mensch an diesem Naturraum nicht interessiert, so dass die fränkischen Fels-areale heute noch eine Vegetation wie vor 10.000 Jahren bieten, während wenige Meter abseits andere Standortbedingungen herrschen und damit eine komplett andere Vegetationszone vorhanden ist.


Viele fränkische Steppenpflanzen haben sich an die individuellen fränkischen Gegebenheiten angepasst und sich dadurch im Vergleich zur in der eigentlichen Steppe vorherrschenden „Hauptart“ verändert, so dass sie als so genannte „Endemiten“ in ihrer Ausprägung nur im Frankenjura existieren.