Die wohl besten Gebiete für Anfänger und Genusskletterer im Norden des Frankenjuras sind die Felsen um Steinfeld (5) und Treunitz (6). Steinfelder Wand, Steinfelder Turm und Steinfelder Wändchen, Treunitzer Wand und Treunitzer Klettergarten sowie der neu erschlossene Torstein bescheren Kletterern gut abgesicherte Routen für mehrere Tage.


Zwischen Steinfeld und Treunitz zweigt in Richtung Norden das Paradiestal ab (7), ein idyllisch gelegenes, straßenfreies Tal mit einer Vielzahl von Felsen unterschiedlicher Struktur und Kletterschwierigkeit (Gelbe Wand, Wüstenstein, Paradiestalwächter).


Vom oberen Ende des Paradiestals aus machen wir noch einmal einen Abstecher nach Norden ins Kleinziegenfelder Tal südlich von Weismain, in eines der bedeutendsten Klettergebiete im nördlichsten Teil des Frankenjuras.


Ganz oben im Tal (8)  gibt es am Hammerschmiedturm, der Roten Wand und am Rolandsfels lange und ausgesetzte Kletterrouten. Sehr athletische Anstiege finden sich im Oberen Diebesloch. Leichte Routen sucht man in diesem Teil des Tales meist vergebens, im Gegenteil: An der Holzgauer Wand sowie am Rondell des Rolandsfelsens gibt es sehr viele Routen im zehnten Schwierigkeitsgrad. 
 

Dagegen entdeckt man weiter im Norden (9) an den Schammendorfer Wänden, im Hexenkessel und an den Mosenberger Wänden auch leichtere Routen, die zum Teil aber etwas brüchig sind. Da das Kleinziegenfelder Tal überaus beliebt ist, sind an Wochenenden die Parkplätze im Tal rar.


Einsamer geht es im Zillertal (10) und im landschaftlich reizvollen Bärental (11) etwas östlich von Weismain zu. Dort ist allerdings der Zustieg länger, das Gestein bröseliger und es sind weniger Haken zur Absicherung vorhanden.


Wir verlassen die Gebiete zwischen Weismain und Kleinziegenfeld und fahren südostwärts in Richtung Krögelstein (12), das nördlich von Hollfeld liegt. Rund um das sehenswerte Felsendorf verzweigen sich mehrere naturbelassene Täler, die für Leistungskletterer, aber auch für moderate Kraxler interessant sind. So findet man am landschaftlich reizvollen und kinderfreundlichen Säukirchner Turm löchrige Routen in den mittleren Schwierigkeitsgraden.


Mit Down Under (9+) gibt es am Kaiserbachtaler Torbogen im gleichnamigen Tal eine mehrere Meter waagrecht verlaufende Route im neunten Schwierigkeitsgrad.

1. Etappe von Staffelstein bis ins Kaiserbachtal

 

Meist perfekter, zuckerkörniger und rauer Dolomit, aber auch glatter Kalkstein mit vielseitigen Griffstrukturen, eine facettenreiche und rasante Erschließungsgeschichte und nicht zuletzt seine schier endlose Zahl an Felsen und Routen: Der Nördliche und Südliche Frankenjura zählen zu den bedeutendsten Klettergebieten weltweit. Unsere Kletterreise durch den Nördlichen Frankenjura beginnt in Staffelstein ganz im Nordwesten der Mittelgebirgslandschaft und endet im Lauterachtal bei Kastl im Südosten in der Nähe von Neumarkt i. d. Opf. Sie führt uns zu den beliebtesten Felsen und Routen, zu Meilensteinen der klettersportlichen Entwicklung und zu anderen denkwürdigen Plätzen.


Von Staffelstein (1)  aus besuchen wir zunächst den Staffelberg vor den Toren der Kurstadt. In dem Naturschutzgebiet ist das Klettern zwar nur eingeschränkt erlaubt, lohnt sich aber wegen der grandiosen Fernsicht und den oft romantischen Sonnenuntergängen besonders.
 

 


Weiter geht es nach Osten in Richtung Wattendorf (2), wo wir auf den Kemitzenstein treffen, dessen kurze und griffige Routen für Kinder gut geeignet sind. Zudem machen die große Wiese und der Spielplatz am Wandfuß  diesen Fels zum idealen Ausflugziel für Familien. Von Wattendorf fahren wir weiter nach Süden über Stübig (3) bis nach Scheßlitz. Links oberhalb der Straße blinzeln die Stübiger Türme aus dem Wald, die mehr als 30 Routen in bestem Fels, vorwiegend für alpine Genusskletterer und ambitionierte Sportkletterer jenseits des achten Grades, beheimaten. Kurz nach Stübig zweigt links eine Straße ins verschlafene Burglesau ab, die Ortschaft ist umringt von Kletterzielen für Genusskletterer zu jeder Jahreszeit, wie beispielsweise die Burglesauer Wand.


Von Scheßlitz aus geht es auf der B22 weiter über Würgau ins oberste Wiesenttal bis nach Treunitz. Die Felsen bei Würgau (4) bieten mit dem Nürnberger Turm eine beeindruckende Felskulisse. Geklettert wird hier an abschüssigen Leisten und Rissen in oft glattem Kalkstein.