5. Etappe der Kletterreise - von Plech bis Alfalter im Pegnitztal

 

Von der Betzensteiner Kuppenalb ist es nur ein Katzensprung zur weiter östlich gelegenen Plecher Kuppenalb (43) mit der im Sommer sehr beliebten Plecher Wand und der Schönen Aussicht, einem der besten hiesigen Winterkletterfelsen.


Von Plech aus reisen wir weiter in den Osten nach Neuhaus (44) und kommen unweigerlich an einem der wichtigsten Felsen des Frankenjuras vorbei. Der Weißenstein befindet sich nur wenige Meter abseits der Straße und beherbergt neben vielen leichten Anstiegen auch die stark überhängenden Routen Dampfhammer (8) und Strohdach (9-), beides Meilensteine der frühen fränkischen Sportkletterentwicklung aus den achtziger Jahren.


Wir passieren Neuhaus mit Burg Veldenstein und fahren von hier aus bergauf in den Krottenseer Forst (45). In diesem Winkel des Frankenjuras wurde weltweit bedeutsame Sportklettergeschichte geschrieben.


Am Waldkopf in der sogenannten „Steinernen Stadt“ befindet sich die weltberühmte Action directe (11), am Krottenseer Turm die nicht minder bekannte Wallstreet (11-) und am Rabenfels die Route Ghettoblaster (10+). All   diese Routen wurden von Wolfgang Güllich erstbegangen. --Meilensteine des Freikletterns


Aber auch Genusskletterer kommen an der Maximilianswand unmittelbar hinter dem Krottenseer Turm auf ihre Kosten. Für Leichtkletterer stehen mehr als 60 Routen bis zum achten Schwierigkeitsgrad zur freien Auswahl. Auch Leistungskletterer finden mit Routen bis hin zum elften Grad ein weites Betätigungsfeld. 
 

Fans perfekt gesicherter Routen versuchen sich in der Vierten Dimension an vielen ansprechenden Routen im siebten und achten Schwierigkeitsgrad.


Vom Krottenseer Forst geht unsere Reise noch ein Stück weiter nach Südosten bis nach Königstein (46). Rund um den Ort stehen auf engstem Raum eine Vielzahl lohnenswerter Felsen von klassisch bis modern. Ein Besuch des weitläufigen Kühlochfelsens setzt einen längeren Zustieg voraus. Dort angekommen kann man fantastische Lochklettereien aus den achtziger Jahren in Angriff nehmen, die allerdings oftmals Courage erfordern.


Ähnlich beliebt ist der ebenso schon lange bekletterte Breitenstein im gleichnamigen Ortsteil von Königstein. Der Zustieg dorthin ist jedoch kurz und die Routen weisen eine höhere Hakendichte auf.


Zusätzlich zu den älteren Massiven haben Kletterer rund um Königstein viel Neuland erschlossen. Beispielsweise den Locher Felsen oberhalb des Ortsteils Loch mit perfekt abgesicherten Routen bis zum neunten Grad. Ebenso sind am viele Jahre im Dornröschenschlaf liegenden Steinberg in den vergangenen Jahren Neutouren in Hülle und Fülle entstanden.
 

Unsere Route führt zurück nach Westen über die Hartensteiner Oberberge (47) in Richtung Pegnitztal. Auf dem Weg dorthin finden sich mit den Katzenlöchern, den Zimmerbergwänden, der Vöderreuther Wand und der Hartensteiner Wand zahlreiche lohnende Kletterziele mit großgriffiger Lochkletterei für Genusskletterer.


Aber auch für Leistungsorientierte gibt es in diesem Gebiet an der Stadeltenne, am Stefansturm und an der Gotthardskirche zahlreiche anspruchsvolle Routen.


Von Hartenstein aus geht es hinunter in das Pegnitztal nach Velden (48). In unmittelbarer Ortsnähe besticht die Veldener Wand am Veldener Bahnhof durch viele Toprouten im neunten Schwierigkeitsgrad, die große Ausdauer erfordern, während der Beach knackige Einzelstellenkletterei unmittelbar am Ufer der Pegnitz verspricht.


Von Velden fließt die Pegnitz weiter über Lungsdorf nach Rupprechtstegen (49). Wir folgen dem Flusslauf. Links und rechts davon hat die Natur beeindruckende Felskolosse platziert, die auch bei Kletterern hoch im Kurs stehen. Die wichtigsten sind der 40 Meter hohe Rote Fels mit dem Genussklassiker Schaumschläger (7-) und dem Freikletterklassiker Alte Sackwand (7) sowie die fast 50 Meter hohe nordseitig ausgerichtete, eher klassisch angehauchte Zsigmondywand und die Ankatalwand unmittelbar vor den Toren von Rupprechtstegen, die vom Kletterer weniger Lochkletterei, dafür aber kompromisslose Leistenkletterei abverlangt.
 

Hinter Rupprechtstegen fließt die Pegnitz weiter über Artelshofen, Vorra und Alfalter (50) bis nach Hersbruck, und weitere bedeutende Felsmassive zieren ihren Lauf. Als erstes erreichen wir den Student, der linkerhand weit aus dem Wald ragt und Ausdauerrouten im achten Schwierigkeitsgrad und schwerer bietet. Bei Vorra befinden sich die Kleine und Große Wacht. An der Kleinen Wacht werden Genusskletterer bei herrlicher Fernsicht fündig, an der Großen Wacht eher Aspiranten des achten und neunten Schwierigkeitsgrades.


Der fast märchenhaft aufragende Riffler hoch über Alfalter gilt als ein Wahrzeichen des Frankenjuras und hat klettersportliche Tradition: Er wurde bereits um 1900 erstbestiegen und bietet mit dem Vollrathriss(6), dem Rockstrohriss(6+) und der Dachrinne (8) einige Meilensteine sowohl des technischen Kletterns, als auch der Pionierzeit des Sportkletterns.