Der Lebensraum Fels

 

Aufgrund verschiedener Rahmenbedingungen unterteilen Biologen den Lebensraum „Fels“ in drei morphologische Einheiten:


Der Felskopf

Die wertvollste Einheit in diesem Lebensraum ist der Felskopf, weil hier die Steppenbedingungen am besten zum Tragen kommen. Durch den Einfluss von Wind und Regen ist kaum die Bildung und Anhäufung von Humus möglich. Der Boden ist nährstoffarm und muss lange Trockenperioden ertragen. Die direkte Sonneneinstrahlung, die dem Fehlen von Bäumen geschuldet ist, kann Temperaturen tagsüber sehr hoch ansteigen lassen, was Temperaturschwankungen von bis zu 50 Grad innerhalb eines Tages ermöglicht.


Hier blühen Steinkraut, weißer und gelber Mauerpfeffer, Pfingstnelke, Bleicher Schwingel, Küchenschelle und gefranzter Enzian. Für die Felsköpfe besteht im Rahmen der S0Kletterkonzepte ein Betretungsverbot.


Die Steilwand

Direkt in der Steilwand wachsen aufgrund der geringen ebenen Flächen nur wenige Moose und Flechten. Der Lebensraum beschränkt sich auf Felsspalten oder Risse und kleinere Vorsprünge.


Dennoch sind die fränkischen Steilwände für die bedrohten Vogelarten Uhus, Wanderfalken, die Dohlen und Kolkraben ein wichtiges Rückzugsgebiet.


Hier gedeihen Immergrünes Felsenblümchen, Mauerraute und das seltene Dreiköpfige Lebermoos (Mannia triandra).


Der Wandfuß

Am Wandfuß können sich unter Felsüberhängen, die aufgrund der für Kalkgestein typischen Karstprozesse eine kontinuierlich feuchte Umgebung bieten, seltene Balmenfluren wie das Scharfkraut und der grünstielige Streifenfarn ansiedeln.


Viele dieser seltenen Pflanzen kann man an den Felsen entdecken, die das Kletter-Infozentrum umgeben. Im KIZ wurde eigens der Juragarten angelegt, in dem viele der hier abgebildeten Pflanzen in natura betrachtet werden können.