Oskar Bühler (1911 – 2001)

 

Der Bauingenieur, der bei der Bundesbahn beschäftigt war, engagierte sich ehrenamtlich in der Sektion Nürnberg des DAV. In den fünfziger und sechziger Jahren forcierte er den Kauf bzw. den Bau der Egloffsteiner Hütte sowie der Thalheimer Hütte und bewirtschaftete diese mit seiner Frau bis zum Jahr 1965. Von 1966 bis 1982 war er als Vorstand des Alpenvereins tätig.


1949 publizierte Oskar Bühler den ersten Kletterführer für den Frankenjura mit 893 Routen. Dieser wurde insgesamt sechsmal aufgelegt und ständig erweitert, so dass in der letzten Auflage im Jahr 1991 mehr als 4200 Routen beschrieben waren.


Oskar Bühler war der Erfinder des gleichnamigen S0Bühlerhakens, der 1960 erstmals zum Einsatz kam. Anfangs musste er sich gegen konservative Kletterer durchsetzen, die den Sicherheitsgewinn durch den Bühlerhaken als „Unsportlichkeit“ ansahen und damit drohten, die neuen Haken wieder zu entfernen.


Da der Zuspruch für den Bühlerhaken sehr groß war, sanierte Oskar Bühler mit dem neuen Hakenmodell bis zu seinem 80. Lebensjahr zahlreiche Kletterrouten, indem er altes, rostiges Hakenmaterial gegen neue, sichere Bühlerhaken austauschte. Insgesamt setzte er etwa 2500 Bühlerhaken. Die dazu nötigen Löcher schlug Oskar Bühler – anstelle der heutzutage üblichen Akkubohrmaschine - mittels Handmeißel, was eine zeitraubende und schweißtreibende Arbeit war.


Für seine uneigennützige Tätigkeit in Sachen Sicherheit im Klettersport bekam Oskar Bühler 1988 das „Bundesverdienstkreuz am Bande“ verliehen. Oskar Bühler kletterte bis in sein achtes Lebensjahrzehnt hinein und starb im April 2001 nach langer Krankheit im Alter von 90 Jahren.