Der Kletterstil „Rotpunkt“ (1975)

Kurt Albert hatte die Idee, alte Routen, die bisher nur technisch durchstiegen wurden, nach der ersten freien Begehung mit einem roten Punkt zu markieren. Rotpunkt bedeutet, die Route wird nur unter Verwendung natürlicher, vom Fels vorgegebener Strukturen wie Risse, Leisten oder Löcher vom Boden bis zum Gipfel durchstiegen werden. Haken dürfen während des Kletterns zwar zur Sicherung verwendet werden, jedoch nicht zur Fortbewegung. Die Begehung muss komplett im Vorstieg erfolgen, alle Sicherungspunkte müssen aus der Kletterstellung angebracht werden.

 

Zwar wurde in der Sächsischen Schweiz schon weit vor den siebziger Jahren frei geklettert, doch durften die Haken nach  den dort geltenden Kletterregeln auch zur Rast genutzt werden. Die komplette Wand musste also dort nicht in einem Zug durchstiegen werden. Im Frankenjura wurde bis zu dieser Zeit aber nur --„technisch“ geklettert, d. h. sehr schwere Kletterpassagen wurden mit Hilfe von Haken überwunden.

 

Den ersten „Roten Punkt“ der Klettergeschichte pinselte Kurt Albert an den Einstieg der Kletterroute Adolf Rott Gedenkweg (6+) am Streitberger Schild. Die Stilform des Rotpunkt-Kletterns hat sich heute nicht nur im Frankenjura, sondern bei Kletterern auf der ganzen Welt durchgesetzt.